Hallo Leute! Nun bin ich auch endlich suXXus und LorenorZorro in diesem Blog beigetreten. Und da will ich auch meinen ersten Kommentar schreiben. Und zwar ist es eine Buchrezension über das amerikanische Buch “Rash” von Pete Hautman.
Rash von Pete Hautman - 7/10 Punkte
Gut am Buch ist, wie es die Gesellschaft der heutigen USA kritisiert. So spielt einfach die ganze Geschichte am Ende des 21. Jahrhunderts, wo dann noch einmal alles viel extremer dargestellt wird. Der Leser sollte also Ähnlichkeiten zur heutigen Lage erkennen und dann die Entwicklung zum Schlechten erkennen.
Lebensqulität ist nicht mehr viel wert. Es geht nur mehr darum, dass alles extrem sicher ist und dass sich jeder an alle kleinen Gesetze hält. Zum Beispiel muss man während des Gehens einen Gehhelm aufsetzen und täglich eine Dosis Pillen nehmen, damit man beruhig ist und nicht ausrastet. Mit den Gesetzen ist es auch sehr streng. Drei Gesetzesbrüche und weg ist man.
Damit sind aber keine Verbrichen wie eine Schießerei, einen Mord oder einen Diebstahl gemeint, sondern einfache orale Beleidigungen oder wenn man seinen Gehhelm nicht trägt.
Die Regierung kümmert sich aber nicht wirklich darum, dass man hinter Gittern ist. Denn die ganzen “Verbrecher” werden dann an private Firmen wie McDonald’s verkauft, wo sie dann in einem Arbeiterlager Pizza produzieren oder andere Sachen machen müssen.
Die ganze Wirtschaft hängt vpn diesen Verbrechern ab. Denn sonst müssten andere Menschen die Arbeit machen. Es geht da nicht wirklich darum, ob das jetzt ein schlimmes Verbrechen war oder nicht. Man hat halt Regeln zu befolgen. Und wenn man das nicht tut, ist man auch selbst Schuld und muss eben seine Strafe im Arbeiterlager absitzen.
Und die Regierung bekommt ihr Geld von McDonald’s, weil sie ihnen die Arbeiter liefern. Um jedoch die Wirtschaft im Schwung zu halten, werden immer kleinere und kleinere Verbrechen bestraft.
So wird auch eine Parallele mit der heutigen USA gezogen. Die Lebensqualität ist nur noch Nebensache. Viel wichtiger ist es, dass die Wirtschaft gut funktioniert und die Leute produktiv sind. Gesetze werden auch befolgt und wenn nicht, dann hat man Pech und wird von jedem nur noch “gefickt”.
Während es in Europa doch noch ziemlich human ist, geht es in den USA schon eher in diese mittelalterliche Richtung. Verbrechen müssen bestraft werden, auch wenn es nichts der Gesellschaft bringt. Selbst, wenn es bis zur Todesstrafe geht. Hätten sich doch die Leute vor ihrem Verbrechen überlegt. Im Buch wird es auch ständig geschrieben, dass man selbst schuld hat, wenn man seinen Helm nicht trägt etc. Wenn man da bestraft wird, ist man nur ganz alleine Schuld.
Und das Arbeiterlager ändert auch nicht viel an dem “Verbrecher” zum Guten. Im Gegenteil, durch miese Bedingungen verwandelt er sich noch schlechter und grober, was dann noch schlechter für die Gesellschaft ist.
Unmenschliches Football-Traininung und 16 Stunden tägliche Schwerarbeit sowie rüder umgang härtet alle Menschen ab, sodass sie dann nach der Gefängnis noch weniger Feinfühlig für Verbrechen sind.
Das ist auch ein Problem in der heutigen USA. Leute kommen aus dem Gefängnis und sehen viele Verbrechen nicht so streng, die aber eigentlich doch schlimmer sind, und kommen dann bald wieder in das Gefängnis.
Gegen diese Umstände wird aber auch nichts unternommen. Denn immerhin haben die Leute ein Verbrechen begangen und müssen so etwas nun ertragen. Was es der Gesellschaft bringt, ist egal.
Es gibt noch viele andere gesellschaftskritische Punkte, auf die im Buch eingegangen wird. Aber darauf kann ich jetzt nicht eingehen. Generell ist das Buch eine Reise von der “künstlichen Wirklichkeit” (dem täglichen Leben in den USA, wo jedem das Verhalten eingeredet wird und sie so soziale Muster als selbstverständlich ansehen und nicht hinterfragen) in das Gefängnis, wo es dann viel natürlicher zu geht und sich der Hauptcharakter verändert. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird, kommt ihm die ganze Gesellschaft dann selbst einfach nur künstlich und dumm vor.
Generell ist das Buch ziemlich gut. Aber es ist leider in ziemlich leichtem Stil geschrieben. Die ganzen Probleme, die ich aufgezählt habe, werden auch nur kurz angeschnitten, aber so wirklich in die Substanz eingegangen wird dann nicht so, wie ich es mir gerne erwarte.
Das ist aber auch nicht der Zweck des Buches. Es ist eher ein amüsanteres Kinderbuch, das die Kinder anregen soll, kritisch über die Gesellschaft zu denken. Es soll ja auch nur ein Start für junge Leute in eine solche Richtung sein. Und diesen Zweck hat es meiner Meinung nach schon erfüllt.
Es ist also auf jedenfalls lesenswert - auch für ältere Leute, die ihre Kindheitsentwicklung schon hinter sich haben.